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Mittwoch, 1. April 2015

[Tutorial] "Ich halt's nicht mehr aus!" - Bemalhilfen einfach simpel selber bauen.

Wie kann ich gerade kleine Figuren gut halten beim bemalen?

Mein Figurenhalter Version 1.0 (Updatefähig)

Diese Frage ist vielleicht so alt wie die erste Airfix-Figur !

Nachdem ich auch schon hunderte Figuren in 1/72 bemalt habe nun eine kleine Hilfe;
- wie man die Hand entlastet,
- bzw die Figur gekonnt drehen kann.
- dies ohne Farbe abzureiben,
- sich nicht selbst bemalt,
- und vor allem nicht wegen der viel zu kleinen Figurenbase verkrampft. =)

Hier einmal der Prototyp:



Um die kleinen Hilfen zu bauen habe ich versucht die Ausgaben gegen Null zu tendieren und möglichst Hilfsmittel und Werkzeuge zu nutzen welche man eh schon in der Schublade hat.

Fangen wir also einmal an:


Als Basis nehme ich die "alten" Basen von Games Workshop, viele haben diese sicher noch in Ihren Kästen, die Rundbasen sind optimal für alle Größen an Figuren bis 28mm.

Hinzu kommt Messingdraht (Baumarkt erhältlich)

Eine Zange + Bohrer + Leim



Wie man erkennt habe ich mit und ohne Schlitz genommen, Dies hat einen gewissen Grund aber dazu gleich mehr.


Natürlich werden die Basen ringsrum entgratet und anschließend miteinander verleimt.
Hier reicht der normale Plastikkleber völlig aus, wie z. B. von Revell

Ohne Schlitz oben, die Base mit unten.


Anschließend der Prototyp, je nach Handgröße kann er varrieren, 
Ziel ist die untere Seite mit der Base zu verbinden.


Die Basen bekommen unten ein Loch und nun wird der Messingdraht angepasst.
Die Höhe muss sich bequem anfühlen, eine größere gebogene Öse oben lässt sich prima mit dem Zeigefinger halten.

Der Draht federt gut durch ohne zu verbiegen!




Wenn man den Dreh einmal raus hat geht es fix, die Stäbe sehen oben teilweise immer mal anders aus, wenn der Messingstab zu kurz war wird die Öse eben kleiner. ;-)


Mehr ging aus einem ganzen Messingstab nicht herauszuholen. reicht ja auch erstmal!

Nun zum Verbinden!



Hier mein erster Vorschlag, ich habe den Stab mit der Base verleimt, dies hat wirklich lange gedauert.
Leider habe ich keine Heißklebepistole zur Hand gehabt, das wäre sicher viel schneller gegangen, man kann schnell am Loch die Base mit dem Draht verkleben und auch von unten durch den Basenschlitz. 

Ich musste daher leider warten........

Wie hält nun die Figur???




Ganz einfach, mit Hilfe dieser Klebepads, diese sind wiederverwendbar und halten die Figur optimal, außerdem kann man die Figuren ohne zu beschädigen wieder entfernen!

Wahrscheinlich für die meisten der erste Einkauf der getätigt werden muss für dieses Bauprojekt.
Es gibt diesen nicht nur von UHU, andere Pads funktionieren nach gleichem Prinzip.

Doppelseitiges Klebepapier würde ich abraten, ist erstens nicht lang verwendbar und funktioniert auch nicht so toll. Dies aber nur am Rande.


Der erste Versuch!




Wie man erkennen kann wackelt nichts, die "Versuchskaninchen"....oder Mouslings werden vom Pad optimal gehalten, selbst nach Tagen kein Unterschied feststellbar.

Der Messingdraht federt gut durch,  Bequeme Haltung der Hand und alle Stellen an der
Figur sind optimal erreichbar.

Wie man am Bild erkennt sind die Figurenbasen der Mouslings nur sehr klein, da kommt ein Hilfsmittel gerade recht.

Zum Abschluss bitte noch einmal recht freundlich.... Cheeese... oder Prost!



Dies war der erste Prototyp, der Figurenhalter Version 1.0






Samstag, 21. März 2015

[Tutorial] "Ich geb mir die Kugel" - Games Workshop - Farben wieder flott machen !

Tutorial 1 - Wie mache ich alte Farben wieder flott?


 Am Beispiel alter Farbtöpfe von Games Workshop

Viele kennen es, man malt einige Figuren vor sich hin, einige Farben später naja... diese ist schon ziemlich trocken.... die nächste... mittig schon schön die Farbe raus und der Rand wird immer fester.
Wieder die nächste.... achja die hatte ich letztens schon, da brauch ich auch bald mal eine neue, jetzt muss sie nochmal gehen.

Was tun? Im Schrank nachsehen ob die gleiche Farbe noch einmal in Reserve da ist und weiter gehts...

Oder viell. noch einmal retten was zu retten geht. Da die Pötte ja nicht gerade billig sind ist es traurig wenn ein halb voller Farbtopf entsorgt werden muss.

Ich habe mir auch ein wenig Gedanken darüber gemacht, recherchiert und nun meine zusammengetragenen Erfahrungen in einem kleinen Tutorial verfasst.

Also dann mal ran und rettet die Pötte!!!


Meine Hilfsmittel und auch gleich der erste Patient.


Was haben wir denn da?

- zu erst einmal den Patienten, Vomit Brown, Fachmänner erkennen es sofort, der ältere Pott, und ein Farbaufkleber oben drauf, der stammt aus dem alten Farbset von GW mit dem Alukoffer. Richtig!
d.h. dieser Farbtopf, speziell in diesem Fall ist schon über 6 Jahre alt, (nur zur Info, von wegen die trocknen soooo schnell aus) =)

- ansonten eine Pipette, ein Messbecher mit Wasser, Holzstäbe bzw. Zahnstocher

- und Stahlkugeln, um genau zu sein, 300 Kugellager - Nitrostahlkugeln, 6mm Durchmesser
(achja, ich habe überlegt wegen dem Durchmesser, 6mm ist keinesfalls zu groß, nach Gefühl eher die kleinst brauchbare Größe, etwas größer wäre sicher besser oder man kann auch 2x Kugeln nehmen.)



Im übrigen habe ich für diese 300 Kügelchen 11,40 Euro inkl. Versand gezahlt. Wenn man bedenkt das diese helfen die Farben flüssig zu halten ein kleiner Unkostenbeitrag gegenüber einen Farbneukauf.

Nun aber zu dem Patienten



So sehen sicherlich viele Farben aus, innen schön vom Pinsel abgetragen, noch nicht ganz trocken, es ist eine zähe Farbe welche sich aber noch bearbeiten lässt.


Mein erster Schritt und da scheiden sich wahrscheinlich auch gleich die Geister.
Nicht zu viel, aber dennoch etwas Flüssigkeit in die Farbe geben. Nur welche?
Es gibt viele Theorien, viele Leute schwören auf Verdünner von Farbherstellern, so gibt es z. B. von
Vallejo eine Flasche für ca. 10 - 11 Euro.

Ich habe einen Teil der Pötte mit sterilem Wasser zugesetzt und einen Teil mit klarem Wasser aus der Leitung. Viele sagen jetzt, "oh nein, bei Wasser ist das Verhältnis der Pigmente nicht mehr richtig, sprich die Farbe wird zu dünn" Aber ihr sollt ja auch nur ganz wenig reingeben und nicht zum Rand voll machen.

Bei Leitungswasser soll es durch die geringste Verunreinigung dazu führen, dass die Farben später modrig werden oder faulen... ich werde es sehen, denn daran glaube ich nicht und ich freue mich diese Farbe Vomit Brown auch in den nächsten 6 Jahren wieder zeigen zu können! =)


Nun aber mal weiter


Wasser ist durch die Pipette drinn und nun schön umrühren. Wie man sieht immer noch stark dickflüssig,


Die Kugel kommt rein und siehe da, sie versinkt noch nicht ganz, aber sie geht gut unter.
Am besten wäre es, den Deckel zu schließen und den Topf nun ordentlich durchzuschütteln, die Kugel übernimmt die Aufgabe wie in einer Farbdose und wirbelt von allen Seiten mal richtig durcheinander. Theoretisch wenn einem das zu wenig ist, kann man auch 2 Kugeln versenken.
Ideal wäre wenn die Kugel oder die Kugeln merkbar hin und her schlagen.


Nach dem Schütteln aufgemacht und die Farbe wirkt schon einiges besser.

Achtung! Nicht vergessen den Rand zu reinigen bevor ihr diese Dose schließt. Durch Farbrückstände kommt Sauerstoff hinein und dies beschleunigt die Austrocknung der Farbe.
Ebenso wichtig, den Pott generell richtig zu schließen, viele vergessen dies bei hektischen "Malorgien" und so ist der Deckel nur scheinbar dicht verschlossen.

Sehen wir uns noch einige Beispiele an ...



Die  neueren Pötte von Games Workshop, Astronomican Grey, durch die Bauweise des Gefäßes sollte eine Austrocknung eigentlich langsamer voranschreiten als bei den alten GW-Pötten.



"Sagen Sie bitte einmal AHHHHHHHHH"
...Ohje
Gut zu sehen, sehr dick, schwarze Ablagerung oben, graue Farbe unten, ist aber nicht schlimm, die Farbe ist zäh aber nicht hoffnungslos.


Kugel rein, Wasser / Verdünner rein.... gut schütteln....


.... der Patient ist wohlauf! Na zum Glück!

Und wem es noch nicht zu langweilig wurde, hier noch einige Erfolgsstorys und auch mal einem Drama




Wenn man sich mal etwas Zeit am Nachmittag nimmt hat man im Nu alle Farben durch, von meinen bisherigen 39 Kandidaten sind 37 durchgekommen und 2 leider hoffnunglos, da spare ich mir die Nitrokugel.

Hier einer der beiden Fälle



Die Bilder sind nicht so gut geworden aber woran merkt man es sofort:

- die Farbe ist komplett fest, ohne jegliche Flüssigkeit
- man kommt selbst mit der Spitze des Zahnstochers kaum durch die lehmartige Masse
bzw, kann man mit dem Zahnstocher nix mehr verrühren, er bricht einfach weg,

Mein Tip!

Wie man sieht kann man nicht jede Farbe retten. Auch bei gebrauchten Farben interessant zu wissen, denn wenn man ein Schnäppchen mit alten Farben findet sollte man stets danach fragen wie der Zustand ist.

Bei "etwas trocken", "lang nicht benutzt", "die Hälfte nutzbar", "kann man mit Wasser wieder flüssig bekommen", "nicht geprüft" würden bei mir die Alarmglocken läuten

Ansonsten:

- Farben kühl aufbewahren, da macht sogar der alte GW-Alukoffer eine gute Figur, denn im Schrank ist er innen fühlbar recht kühl, dies funktioniert vermutlich auch mit einfachen Alukoffern aus dem Baumarkt für 10 Euro.

- Bevor es zu spät ist, die Farben aufbereiten

- Vor dem malen gut durchschütteln, vor allem wenn die Farbe schon länger nicht mehr im Einsatz war

- Und vor allem den Rand abwischen bevor der Pott geschlossen wird, bzw. diesen richtig schließen und nicht halb offen lassen.

Achja, Inks und Washes benötigen diese Nitrokugel-Aktion nicht, da die Konsistenz ja ganz anders ist.


Ich hoffe der Beitrag war für den Einen oder Anderen hilfreich, Fragen beantworte ich gern.